Diskussionsseite zu „Wir bekommen keine politischen Vorgaben“

Freie Mitarbeiter fahren Achterbahn: "Fühlt sich an wie eine dieser ewigen Programmreformen!"

Hier kann über „Wir bekommen keine politischen Vorgaben“ DISKUTIERT werden. Unterschreiben bitte nur auf der Originalseite mit dem Brief. Und dort nicht diskutieren…

Die Kommentarspalte unter dem offenen Brief selbst ist ausschließlich für Unterstützung reserviert (damit die Zahl der „Unterschriften“ von der Website gezählt werden kann.)

 

 

78 Gedanken zu „Diskussionsseite zu „Wir bekommen keine politischen Vorgaben““

  1. Sehr geehrter Herr Schauen,

    ….“und ich verabschiede mich in der Hoffnung auf „Erhellung“.“

    Dieser/ein „Abschied verbunden mit Hoffnung“ schließt eine Wiederkehr ja nicht aus!
    …und wie Sie auf meine „Wieder-Kehr“ reagieren lässt tief blicken, wie überhaupt jegliche (Nicht-)Reaktionen!
    Ich habe mich noch sehr „vornehm und zurückhaltend“ hier gegeben und geäußert, alleine schon um keinen Grund zur Weg-Zensur zu bieten….
    In meinen verlinkten Schriften werde ich da schon deutlich-direkter und mir ist auch schon klar in welch einem Spannungs-Feld sich ein Jeder befindet….selbst der Herr Intendant!

    ….und wiederum kann ich hier einen „abschließenden“ bereits an Sie gerichteten Satz einfügen:
    „In „diesem“ Sinne weiterhin hoffnungsvoll und zuversichtlich…..und Ihre Antwort fasse ich als weitere Stufe dorthin auf.“

    Stufe um Stufe kommen Wir weiter….hoffentlich….wenn auch nicht beabsichtigt!….oder (indirekt) doch?

  2. „Wir bekommen keine politischen Vorgaben!“
    ….ist auch gar nicht erforderlich!
    Die „Ungeschriebenen Gesetze“ zeigen „ihre Wirkung“!
    ….denn: „WEHE dem, DER….!!!“
    Die (Nicht-) Reaktionen (stets/immer wieder) bezeichnend/bestätigend!

    1. Sorry, Herr Franz, Ihrer Schilderung auf der Community des „Freitag“, die sie hier mal verlinkt haben, konnte ich entnehmen, dass sich sowohl die Staatsanwaltschaft als auch mehrere Kölner Journalisten mit Ihren Anschuldigungen befasst haben. Möglicherweise, das schreiben Sie nicht, auch die interne Revision der Polizei. Dass bei alledem nichts heraus kam, werten Sie als Beweis für eine Verschwörung. („ungeschriebene Gesetze“)
      Nun hatte allerdings auch ich Schwierigkeiten, aus Ihrer Schilderung die Faktenlage oder wenigstens Indizienlage heraus zu lesen. Oder auch die Begründung für die Einstellung des Verfahrens. Deswegen könnte es meines Erachtens auch gut sein, dass Ihre Verschwörungstheorie nicht stimmt, sondern dass alle die von Ihnen kontaktierten Journalisten nicht genug Fakten sahen, um eine Berichterstattung in Ihrem Sinne zu rechtfertigen.

      1. Herr Schauen, wenn Sie mein Schreiben an Herrn Buhrow aufmerksam gelesen haben und auch dem Link in diesem Schreiben gefolgt sind, dürften Sie (eigentlich) zu den Aussagen gar nicht kommen!
        Auch ein Redakteur des WDR hat im Beisein von mir und meiner Anwältin umfassenden Akten-Einblick erhalten, was ebenfalls aus dem Schreiben hervor geht, ebenso seine Reaktion!
        Von „Verschwörungstheorie“ kann (also) bei der Akten- und Fakten-Lage in keiner Weise die Rede sein!
        Und wie ebenfalls auch schon geschrieben, ist die einzige „Bestätigung“ meiner sich dann stetig steigernden strafrechtlich erheblich relevanten Vorwürfe die dann (zwingend gebotene) ausgebliebene rechtsstaatliche Reaktion!
        Weiterhin kann von einer „Berichterstattung in meinem Sinne“ gar keine Rede sein, es sollten wohl lediglich die Fakten zählen, gerade bei diesem Total-Versagen des Rechtsstaates!
        Die (Hinter-)Gründe bzw. Ursachen dafür müsste man sich (eigentlich/bei entsprechender Auffassungsgabe) leicht selbst erklären können!
        Wenn man, gerade als Journalist, aufmerksam die unzähligen „Skandale“ in diesem Land „verfolgt“ und (sich) umfassende Fragen dazu stellen würde, wären die Antworten „Selbst-Redend“!
        Wie bereits geschrieben und auch wiederum Ihre Antwort betreffend, bin ich schon sehr darüber verwundert, wie dies alles „bewertet“ …..damit „um-gegangen“ wird!
        Ich füge unten den Link zum Antwortschreiben von mir an den Herrn Bundespräsidenten ein, aus dem die von dort getroffene Aussage: „Ich befinde mich in einer schwierigen Lage“ im Mittelpunkt steht….
        Bisher vermisse ich Aller-Orten den halbwegs „Gesunden Menschenverstand“….
        ….von den zwingend daraus resultieren müssenden Handlungen ganz zu schweigen!

        In „diesem“ Sinne weiterhin hoffnungsvoll und zuversichtlich…..und Ihre Antwort fasse ich als weitere Stufe dorthin auf.
        http://www.scharf-links.de/46.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=37856&cHash=1d2bac358f

        1. Sehr geehrter Herr Franz,
          wenn es um einen handfesten belegbaren Skandal geht, wie Sie ihn andeuten, dann finden Sie Journalisten,die ihn berichten wollen. Mit Handkuss.
          Sie machen hier viele Worte, mit etwas weniger Worten könnten Sie hier auf den Tisch des WWW legen, was das für Belege sind.
          Die Dienstherren der Strafverfolgungsbehörden sind Landesinnenminister und Landesjustizminister. Der Bundespräsident ist für die Kölner Polizei nicht zuständig. Er ist vielleicht so was wie eine Klagemauer für manche, aber er ist weder König noch Kalif von Deutschland. Ihr Brief an sein Amt enthält viele Wertungen, aber keine Tatsachen über Ihre Behauptungen, auf die sie diese Wertungen zu gründen können meinen.

          1. Sehr geehrter Herr Schauen,
            jetzt mache ich, hier abschließend, mal „wenige Worte“.
            Mit der bereits (mehrfach) erwähnten Auffassungsgabe ist es (an-scheinend) nicht sehr „weit her“, warum auch immer?
            Mein „Ausflug“ in diesen „Dschungel“ war für mich (wieder mal) bezeichnend/bestätigend.
            ….und ich verabschiede mich in der Hoffnung auf „Erhellung“.

          2. Da Sie trotz ihres „abschließend“ hier doch noch mal schreiben, antworte ich:
            Mal Klartext: Sie bezichtigen Menschen, die nicht auf ihre Linie einschwenken geringer Auffassungsgabe.
            Noch mehr Klartext, sie meinen (an-scheinend): „Du bist doof, weil Du nicht meiner Meinung bist.“
            Das ist so billig, es spricht für sich selbst.

  3. Ich habe das 2015 erschienene Buch „Flächenbrand“ von Karin Leukefeld gelesen. Leukefeld hat auch mal für den ARD-Hörfunk berichtet. Auszug aus dem Vorwort ihres Buches:

    „Ende Februar 2011 hatte ich viele Interviews in Damaskus gemacht und junge Leute gefragt, warum sie nicht, wie in Tunesien oder Ägypten auf die Straße gingen. Anfang März bot ich dazu dem deutschen Hörfunk Reportagen an.
    Eine Redakteurin zeigte Interesse: „Gerne, wenn schön hintergründig mit Schwerpunkt: Was hat Syrien anders gemacht, warum gibt es dort keine Revoltuionsanzeichen der jungen Generation, wie unterscheidet sich die demokratische Lage in Syrien von der in anderen Ländern“ Das war am 16.3.2011.
    Ich schrieb das Manuskript und schickte es am 23.3.2011 zu. Postwendend erhielt ich diese Nachricht: „Ich denke mich trifft der Schlag!! Sie schicken mir einen Beitrag über „ach wie schön ist Syrien“ wo doch alles an allen Ecken und Kannten brennt. Also, das kann ich nun wirklich nicht gebrauchen. Mit paste und copy finden Sie zwei Agenturmeldungen, die die Lage wohl ziemlich gut beurteilen. Was sollen wir also nun mit Ihrem Beitrag machen?“ Der Beitrag wurde abgesagt.“

  4. Sehr interessant. Genauso müssen sich die Mitarbeiter des Neuen Deutschland in der versterbenden DDR gefühlt haben, als man ihnen vorwarf, mit der Schere im Kopf zu arbeiten und systemnahen Journalismus zu betreiben.
    Wessen Brot ich fress, dessen Sprach ich sprech.
    Daran ändert keine Systemänderung etwas. Und die Freien haben doch auch eine Miete zu zahlen, oder?
    Und wenn der dritte kritische Artikel nicht angenommen wird und der Vermieter schon komisch guckt…
    Ehrlichkeit zu sich selbst wäre angebracht. Auch wenn es weh tut.
    Das die „Lügenpresse“-Sprechchöre in Dresden so heftig sind ist kein Zufall: die vielen Älteren (Nicht-Nazis) sind vor 36 Jahren auch gegen die Lügenpresse auf die Strasse gegangen. Und gegen sie wurde von eben dieser Presse gehetzt und gepöbelt. Das Ergebnis der Demonstrationen damals gibt ihnen aber heute die Überzeugung: so wie damals trauen wir niemandem. Und es wird sich schon rausstellen, dass wir Recht hatten.
    Und nicht vergessen: im Osten haben wir gelernt(auch ohne Internet) zwischen den Zeilen zu lesen. Und was ich heute dort (nicht) lese macht mir eine höllische Angst um die sterbende Demokratie in diesem Lande.
    Ach übrigens: nach dem Aus der DDR haben viele systemnahe Journalisten nur noch einen neuen Arbeitgeber gefunden: die Agentur für Arbeit.
    Aber Sie liebe Journalistengemeinde können dann einfach sagen: davon haben wir doch nichts gewusst! (klappt in Deutschland alle paar Jahrzehnte hervorragend)

    1. „Ehrlichkeit zu sich selbst wäre angebracht“, schreiben Sie, Herr Häberer. Ich denke seit Tagen, wenn ich die Reaktionen auf Claudia Zimmermans Interview und unseren offenen Brief lese, dass ich als freie WDR-Mitarbeiterin etwas bekennen soll, um Vertrauen in unsere Arbeit (zurück) zu gewinnen, aber ich weiß nicht, was ich bekennen soll. Ich stehe zu jedem Wort, das ich da unterschrieben habe. Natürlich gibt es auch Dinge im WDR, die mir überhaupt nicht gefallen. Aber bis heute kann ich das auch laut und deutlich sagen, ohne Sanktionen zu erfahren. Ich kann sogar mit meiner Kritik Einfluss nehmen. Diese große Manipulation, von der hier immer wieder gesprochen wird, erlebe ich nicht. Und glauben Sie mir, ich sage im Sender, was ich denke. Seit 20 Jahren. Sehr deutlich. Ich bin weder blind, noch stumm. Trotzdem hat mich noch niemand vor die Tür gesetzt. Und ich kann auch noch meine Miete zahlen.
      Deshalb meine ernst gemeinte Frage: Was soll ich ehrlich bekennen?

      1. „Diese große Manipulation, von der hier immer wieder gesprochen wird, erlebe ich nicht.“
        Frau Bruns, könnte „dies“ eine Frage der Auffassungsgabe sein?
        Mir „er-geht“ es nicht so!

        1. Herr Franz, meinen Sie damit, dass ich vielleicht nicht helle genug bin, die Manipulation als solche zu erkennen? Oder meinen Sie damit, dass ich Manipulation eventuell anders auffasse (im Sinne von definieren)?

          Und wenn es Ihnen anders ergeht – wie ergeht es Ihnen denn?

          1. Frau Bruns, die beiden Alternativen die Sie in Bezug auf Ihre Person genannt haben, müssten Sie selbst be-urteilen, wobei mir da, unabhängig von Ihrer Person, noch weitere in den Sinn kommen (könnten).
            Die Frage nach meinem Ergehen dürfte Ihnen beantwortet werden, wenn Sie meinen (mittlerweile offenen) Brief an Herrn Buhrow zur Kenntnis genommen haben. Weiterhin ist dieser in die mir bewusst gewordene „Diktatur der Angst und Einschüchterung“ eingebettet!
            Sie können meine diesbezüglichen Erfahrungen hier im unteren Verlauf der Diskussion nachlesen.
            Sollten Sie sich dann (noch) in der Lage einer Rückmeldung befinden wäre wohl nicht nur ich darüber sehr erfreut.
            ….in „diesem“ Sinne mit hoffnungsvollen Wünschen.

      2. Vielen Dank für Ihre Zeilen, Frau Bruns.
        Ich glaube Ihnen gern, dass Sie zu jedem Wort stehen, dass Sie geschrieben haben.
        Was mir extreme Magenschmerzen bereitet, sind die Worte, die Sie n i c h t geschrieben haben und immer noch nicht schreiben. Denn um diese Worte geht es immer bei der Schere im Kopf. Und wenn Ihnen diese Worte gar nicht einfallen – um so schlimmer.
        Beispiel gefällig: Wo sind denn die von meinem Gelde bezahlten Journalisten, die sich täglich öffentlich gegen den Krieg wenden? Die die Fluchtursachen benennen? Die Abhängigkeit Deutschlands von Amerikas Gnaden problematisieren? Die Halt! schreiben, wenn uns ein Konflikt mit Rußland aufgezwungen werden soll?
        Ist da nicht jede Zeile, die nicht von diesen Themen handelt schon gelogen? Sie können sich nicht den uns alle bedrohenden Themen entziehen und über die Eröffnung eines Gartencenters schreiben. Sie sind das Sprachrohr, dass uns vor den Gelüsten der Herrschenden schützen soll, indem Sie deren Machenschaften an das Licht der Öffentlichkeit zerren.
        Weil Sie das nicht tun und Ihre Zeit und unser Geld mit Nebensächlichkeiten vergeuden sind sie (und nun mal mit Absicht alle einbezogen) keine Journalisten mehr, die sich schützend vor die Demokratie stellen. Ich finde den Begriff „Lügenpresse“ daher unzutreffend, weil die wenigsten von Ihnen wirklich lügen. Ich fände „3-Affen-Presse“ treffender.
        Bekennen Sie ehrlich, dass Sie sich künftig allen jenen in den Weg stellen, die unserem Land, seinen Bürgern und anderen Völkern unaufhörlich Schaden zufügen.
        Das wäre ein Anfang. Von den Ganzen WDRlern unterzeichnet, die sich an anderer Stelle so unverstanden fühlen.

        1. „Sollten Sie sich dann (noch) in der Lage einer Rückmeldung befinden wäre wohl nicht nur ich darüber sehr erfreut.“

          Herr Häber, diese letzten Worte von mir an Frau Bruns und ihr Schweigen dann dürfte „bezeichnend“ sein!
          …aber ich mache Frau Bruns und auch allen anderen keine Vorwürfe, denn: „WEHE dem, DER…..!!!“
          ….und man sieht sich ja noch nicht einmal in der Lage „nur dies allein“ (schon) zuzugeben, was auch hier mehrfach offenbar(t) wurde!

          So sind die WAHREN/WIRKLICHEN Zustände (bereits)!

          1. Ich hatte sie so verstanden, Sie hätten sich von der Diskussion kürzlich verabschiedet. Warum soll dann noch jemand darauf antworten, was Sie zum Abschied geschrieben haben, Herr Franz?

        2. Lieber Herr Häberer,
          selbst wenn Sie mit manchen Einschätzungen an ähnlicher Position stehen wie manche Journalisten. Und bei allem, was an Rudeljournalismus kritikwürdig ist.
          Was Sie fordern sind KAMPAGNENmedien, die ständig Thesen wiederholen, die Sie (aber viele andere nicht) für richtig halten. Da finde ich pluralistische INFORMATIONSmedien erheblich wichtiger. Vermutlich würden Kampagnenmedien selbst Ihnen langweilig, wenn die Ihnen permanent nur die eigene Meinung vorgeigen.

          1. Lieber Herr Schauen,
            was in aller Welt sind „pluralistische Informationsmedien“? Informieren können uns auch Roboter, die, wie beim Börsenticker, Tatsachen spiegeln. (Obwohl wir sicher auch darüber eine interessante Debatte führen könnten, denn hier haben ja die Programmierer die Macht.)
            Was Sie erträumen ist ein Teflon-Journalist, an dem von all dem Ungemach über das er zu berichten hat, nichts hängen bleibt.
            Das kann aber nicht die Position des Journalismus in einer angedachten demokratischen und erträumten pluralistischen Gesellschaft sein.
            Gerade weil der Journalist sich in der heutigen Zeit als standpunktloses Wesen begreifen möchte, will er keine Position zu aktuellen und strategischen Entwicklungen beziehen. Selbst der Wetterbericht ist aber – Standpunkt Klimaerwärmung – mittlerweile ein Politikum, dass einen Standpunkt verlangt.
            Und glauben Sie bitte nicht, dass es Medienarbeit gibt, ohne einen Standpunkt zu transportieren.
            Gerade weil sich die Journalisten als objektive Betrachter und Berichter verstehen wollen, sind sie leichte Beute für die Machthaber. Wer auf den eigenen Standpunkt verzichtet transportiert den Standpunkt anderer. Bestes Beispiel: Schauen Sie dem Journalismus beim Sterben zu, sehen Sie Talk-Shows.
            Sehen Sie Morgenmagazin der Öffentlichen und freuen Sie sich auf das morgendliche Interview mit einem Politiker.
            Dahin führt der schwerelose Journalismus. Einmal angetippt trudelt die ganze Zunft in eine Richtung und kann noch so rudern: der gegebene Impuls schleudert sie unweigerlich aus der Umlaufbahn der Rezipienten.
            Aber vielleicht seid ihr ja wirklich eine aussterbende Art. Der 2.Hartz-Generation reicht heute ohnehin schon die Dauerschleife an Katzenvideos im Internet als Bildungsfernsehen.
            Was mich so verstört: die wenigsten scheint das zu interessieren.
            Versteht ihr nicht: ihr werdet bald nicht mehr gelesen, gehört und gesehen.
            Wer von euch kennt denn wenigstens eine Handvoll Jugendlicher aus sozial benachteiligten Familien? Kennt ihr deren Interessen?
            Ihr dreht euch nur noch um euch selbst. Ihr wärmt euch am Feuer eurer Intellektualität. Aber ich fürchte, dass darin schon wieder Bücher brennen. Dieses mal aber, weil immer mehr Deutsche denken, die Batterien in den Dingern wären alle.
            Und zum guten Ende: sie verstehen nicht, dass die Meinungsbildung mit dem „vorgeigen“ der eigenen Meinung beginnt. Vorausgesetzt, die andere Meinungen haben den gleichen Platz, sich zu präsentieren. Das, lieber Herr Schauen, wäre dann wohl ein pluralistisches Meinungsbild, oder?

    1. Der Artikel beschreibt sehr kritikwürdige Tendenzen, ja, Herr „Coldrain“. Nebenbei zeigt er auch, dass „die Freien MitarbeiterInnen“ nicht kuschen und nicht auf Linie sind, sondern den Sender auch kritisieren. Er zeigt allerdings nicht, dass es Richtlinien zur Fälschung und Einschätzung von Fakten gäbe. Also passt er auch nicht zu diversen Argumentationen, die sich gegen den Offenen Brief richten.

  5. Keine Vorgaben… Ok. Aber wie sieht es mit den wichtigen, unbequemen Fragen aus? Die kommen nicht von WDR Journalisten! Einfach mal im Netz nach „Jung und naiv“ suchen, so können gute Fragen aussehen.
    Warum kommt sowas nicht vom WDR? Ach ja: Dafür ist kein Geld da. Ist auch unbequem. Na dann braucht sich auch keiner wundern über diesen… „Ruf“.

    1. Wie das Land, so der (Staats-) Sender …

      Gleichwohl ist mir die – ohnehin bei vielen von Karriereangst vor der Meinungspolizei geprägte – Debatte etwas zu rückwärtsgewandt. Lassen wir einmal die beiseite, die zu alt, zu einfältig, zu korrupt, zu linksgläubig, zu Parteibuch-versifft oder zu faul sind, so gibt es doch vielleicht auch solche, die dem WDR eine Zukunft wünschen, die nicht in der Fortsetzung der Vergangenheit besteht.

      Die jetzt mit Macht aufbrechenden – möglicherweise wegen des Zusammenbruchs des Zwangsgebührenkartells lethalen – Defizite bestehen großenteils in der Einseitigkeit, dem „Opinion overload“ und der journalistischen Minderwertigkeit der Programme; und die sind Folge einer 50-jährigen Personalauswahl im Interesse vor allem der SPD (Ich wurde von SPD-Günstlingen mit Direktdraht zur Staatskanzlei als WDR-2-Moderator über Nacht auf Parteibefehl abgesetzt; ich konnte/kann mir den Widerstand leisten, viele nicht).

      Wer dem WDR aus der Parteifalle helfen will, muss ihm „frisches Blut“ zuführen; mit vorhandenem Personal geht nur vorhandenes Programm. Liberale und konservative Journalisten (bisher abgeschreckt oder weggemobbt) müssen endlich in fairer Zahl auf Positionen einrücken, die ein klares Signal in den Markt geben – der WDR ist nicht die ausgegliederte Agitprop-Abteilung von Rot-Grün, sondern gesetzeskonform plural durch publizistische Persönlichkeiten im kompletten politischen und weltanschaulichen Spektrum verankert – von „Grüne“ bis „AfD“. Der linke „Overkill“ der „Fifty Shades of Red“ gehört in die „Neue Wege suchen“-Planungsreserve, gern auch die Frührente.

      Oder soll ich einen Kranz zur Trauerfeier ins Fossilien-Museum schicken?

      1. Das mit dem Geld, war etwas Sarkastisch gemeint. Weil da ja soviel gejammert wird.
        Aber nun zu den Fragen, die hier keiner stellen kann/will. Dazu ein paar Beispiele:
        Ein niederländischer Journalist musste nach den 100.000 Fragem – kein deutscher?
        Soviel Flüchtlinge in Deutschland und kein Platz für Edward Snowden? Zu TTIP auch nix kritisches? Das die Menschen hier, in Europa das nicht wollen, stört nicht weiter? Demokratie live? Eine Kanzlerin darf einfach so mal die Grenzen im Alleingang öffnen – wo sind die kritischen Fragen dazu? Keine Fragen zu Drohnenkäufe und deren Einsatz? Was soll das mit Lybien? Putin und Assad sind immer die Buhmänner – Hinterfragt das einer ob das überhaupt stimmt? Sind die USA wirklich so edel und gut für uns?
        Denke das reicht erstmal.

        1. Ich kenne Berichterstattung, die alle diese Fragen ausspricht und sie behandelt. Nur mal zu den Grenzen: Die sind ja offen im Schengenraum. Das Schengen-Abkommen wird derzeit nicht eingehalten. Auch von der Bundesregierung nicht, die streng genommen alle Flüchtlinge nach Griechenland oder Italien zurück schicken müsste. Die Frage ist nur, wie das gehen sollte und welche Effekte das hätte. Wir leben in einer Ausnahmesituation.
          Es ist überhaupt nicht orginell, dass ich das hier ausspreche. Alles das ist in den Medien gesagt worden, auf die sich die Schreiber in den „sozialen“ Medien beziehen.

  6. Niemand gibt Euch politische Vorgaben. Muss die Redaktion doch auch gar nicht, denn viele von Euch wissen was die Redaktion von euch erwartet …und wer es nicht weiß, der muss schon recht einfältig sein. Die Schreiberlinge der FAZ, WELT, ZEIT, SPIEGEL, FOCUS,… sind es doch auch: nämlich opportun.
    Kritische und investigativen Journalismus ist beim WDR nur noch selten vorzufinden. AKS und der Presseclub sind ein (Negativ-)Beispiel wie Journalismus nicht geht!
    Die ÖRS müssen (ein)sparen bei: (Arzt)Serien, Kochsendungen, Boulevardsendungen, Soaps, Börsennachrichten, Volksmusik, Quiz- und Ratesendungen, Sportsendungen wie Fussball, Motorsport,… Überlasst das doch den Privaten!!

    1. Ihre Kritik kann man leider nicht ernst nehmen, weil sie unbelegte und unbelegbare Behauptungen aufstellen. Für Ihre Kritik an Serien usw. sind wir die falschen Ansprechpartner; wir arbeiten als Journalisten für den WDR, der übrigens auch einen Unterhaltungs- und Bildungsauftrag hat. Wenn Sie das ändern möchten, wenden Sie sich an den Gesetzgeber.

      1. Genau da liegt eurer Problem: Kritik nicht ernst zu nehmen! Ihr macht es Euch zu einfach. Kritischer und investigativer Journalismus beim WDR ist selten zu finden. So wird artig von „Fachkräftemangel“ geredet, den es gar nicht gibt. Von rekordträchtigen Steuereinnahmen, die schon auf Grund der Inflation jedes Jahr steigen. Von der abnehmenden Arbeitslosenzahl, obwohl das Arbeitsvolumen seit über 20 Jahren stagniert. Oder Beiträge werden abgeschwächt bzw. neu gedreht, weil es der Redaktion vom WDR die Kritik an der deutschen Industrie im Ausland (z.B. Mercedes Benz in Argentinien) missfällt. Lobbyisten der Wirtschaft (z.B. die Mitarbeiter des Arbeitgeberinstituts der deutschen Wirtschaft IW Köln, die auch die INSM unterhält) werden nicht als solche bezeichnet sondern manchmal als „neutrale“ Ökonomen ausgegeben.
        Und dann wird auch vieles verschwiegen bzw. nicht deutlich kritisiert wie z.B. der Verfassungsbruch des portugiesischen Ministerpräsidenten, der der Minderheit im Parlament mit der Regierungsaufgabe beauftragte.
        Aber wie wäre es mal sehr kritisch und nachhaltig die Steuerpolitik der deutschen Regierung auszuleuchten: Beihilfe und Duldung von Steuerflucht, Steuerhinterziehung und Steuerbetrug. Geißeln Sie die Herren Finanzminister der letzten Jahrzehnte.
        Ich habe noch vieles mehr was ich Ihnen aufzählen kann. Es wäre doch was, wenn die Journalisten mal mit den Medien in Deutschland ins Gericht gehen. Oder wollen Sie behaupten es gäbe keinen Kampagnen-, Gefälligkeits- und Gesinnungsjournalismus in Deutschland?

    2. à pro pos „AKS – „Aktuelle Stunde“: schau ich schon lang nicht mehr, bin vor langer Zeit gewechselt zum NDR: „Das!“ und „Hamburg Journal“, 0bwohl ich NRW-ler bin. Das liegt in erster Linie an den sympathischen, humorvollen und unverstellten Moderatorinnen, ist aber auch der Vielfalt und dem abwechslungsreichen Themenangebot geschuldet, und, bei „DAS!“, gibt es jeden Abend interessante Studiogäste. Warum wird seit eh und je die AKS von 2 Journalisten moderiert, die sich beim Kärtchen-Ablesen minütig miteinander abwechseln. Ein bzw. eine Journalist/in würde ausreichen, die 40minütige AK zu moderieren, bei den Lokalzeiten funktioniert das doch auch.

  7. Wenn Journalisten so tun, als ob sie ihre Arbeit wie ein Hobby betreiben, dann kann ich sie nicht ernst nehmen. Jeder Journalist hat mitbekommen, wie Nicolas Brender von Roland Koch abgesetzt wurde, weil er unbequem war. Da braucht man keinem mehr persönlich zu warnen, damit er sich konform verhält. Auf die Frage „Warum machen sie das?“ soll Roland Koch gesagt haben: „Wir machen das weil wir es können“.
    http://www.sueddeutsche.de/medien/nikolaus-brender-und-das-zdf-vergnuegt-im-triumph-1.1924421

  8. Das darf doch nicht wahr sein. Zuerst diese konsequent erlogene Darstellung und im direkten Anschluss jammern sie tatsächlich wieder darüber, dass sie kein Geld für ihre Arbeit haben. In was für einer Realität leben diese Menschen eigentlich? Wenn von den 8 Mrd. Euro jährlich tatsächlich nichts bei den Journalisten ankommen sollte, dann wird es Zeit einmal ernsthaft über einen Wechsel des Arbeitgebers nachzudenken. Was ein Mitarbeiter, der die Wahrheit sagt, den Verantwortlichen wert ist, zeigt das aktuelle Beispiel wieder einmal sehr eindringlich.

    Ich kann wirklich nicht glauben, was ich da lese. Wie tief wollen diese Leute eigentlich noch sinken? Ich hoffe inständig, es gibt genug aufrichtige Journalisten, die gemeinsam eine echte Alternative für ehrliche Berichterstattung organisieren. Erste Ansätze gibt es bereits und dafür bin ich auch im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten bereit zu bezahlen.

    1. Ich kann bei Ihren extremen Verallgemeinerungen keinen konkreten Bezug zur Sache erkennen.
      Aber sie scheinen erkannt zu haben, dass der Brief der Freien MitarbeiterInnen auch kritisch gegenüber den Sendern ist. Ist das nicht eine positive Sache?

  9. Wenn es nicht so wäre, dass die Journalisten eine politischen Vorgabe bekommen würden, wieso dann dieser Brief, um die Bestätigung des Gegenteils.Man muss einfach mal zwischen den Zeilen lesen.
    Wieso unterscheiden sich denn die Berichte des Mainstream so auffallend von denen, der alternativen Medien. Wieso werden Fakten, von denen mittlerweile jeder weiß, komplett außer Acht gelassen und nur bei erdrückender Beweislage bröckchenweise mitgeteilt?
    Für wie blöd werden wir Bürger eigentlich gehalten? Meint ihr „Qualitätsjournalisten“ wir würden uns die Hose mit der Kneifzange zu machen? Wenn man bewußt Tatsachen zurückhält, kommt das nicht einer Lüge gleich?
    Schlimm genug, dass die Zustände heute so sind , wie sie sind. Jedoch habt ihr eine gehörige Portion Schuld daran!
    Und das ganze dürfen wir Bürger auch noch finanzieren, ob wir wollen oder nicht!
    Für mich trifft die Bezeichnung „Lügenpresse“ den Nagel auf den Kopf.Ob euch das jetzt gefällt oder nicht!
    Gute Nacht!

    1. Moin Herr Küpper,

      könnten Sie das bitte präzisieren? Welche Fakten wurden z.B. vom WDR außer Acht gelassen, von denen „mittlerweile jeder weiß“?

      Und bei welchen „alternativen Medien“ glauben Sie die Wahrheit zu erblicken? Konkrete Beispiele, die konträr sind zur WDR-Berichterstattung, wären recht hilfreich für die Diskussion.

      Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    1. Antwort an Martin Franz:
      Unglaublich dieser Beitrag! Das sagt aber doch wohl alles! Ihnen alles Gute und vielen Dank für die Veröffentlichung!

      1. Herr Küpper, dies ist nur ein Bruchteil und („leider“) alles Aktenmäßig belegt!….und ich bin nach alledem schon froh, dass dieser Beitrag hier nicht sofort weg-zensiert wurde…
        …so bescheiden-geschädigt tief ist man mittlerweile gesunken!
        ….“einfach“ alles „nur noch“ armselig-traurig!
        …und hier ein Link zu den „Kölner Ereignissen“ wo jeder sich mal an die eigene Nase fassen sollte, insbesondere der WDR und „Arsch huh“…was aus meinem Kommentar dazu wohl/hoffentlich deutlich genug hervor geht….
        https://www.freitag.de/autoren/suzieq/mensch

          1. Herr Fries, Dank für die Nachfrage. Damit ist der Kommentar gemeint, der bei Ansicht des Links unter dem Artikel sichtbar wird, welchen ich hier mal reinkopiere:
            …ein „ent-scheidendes“ Zitat aus der „Kölner Botschaft“:
            „Daraus schließen wir, dass in den Sicherheitsbehörden strukturelle Probleme vorliegen, die dringend behoben werden müssen.“
            …und hier meine entsprechenden Erfahrungen „dazu“, als ich als Polizeibeamter, gar gesetzlich dazu gezwungen! …“dagegen“ vorging!
            http://www.freitag.de/autoren/martin-franz/diktatur-der-angst-und-einschuechterung

            Völlig schutz- und hilflos war und bin ich seitdem!…. der Behördenwillkür ausgeliefert!…da selbst die „Vierte Gewalt“, die sich jetzt hier, insbesondere den WDR betreffend, „so hervor tuend“, ebenfalls völlig versagt hat!
            https://www.freitag.de/autoren/martin-franz/voelliges-versagen-der-staats-struktur

            Dies alles sind „Hohle Lippen-Bekenntnisse“!
            ….und „Arsch huh“ beschränkt sich nur auf die „Schnüss“!
            Einzig gilt offen-sichtlich: „WEHE dem, DER….!!!“ ….und der „Rest“ wird dann „WIKLICH-KEITS-LOS“ offenbar!!!
            …..in „diesem Un-Sinne“ propagandistisches weiteres „Heuchel-Geschrei(b)sel“!!!

    2. Guten Tage Herr Franz,

      zu Ihren Erfahrungen habe ich einige Rückfragen:
      Haben Sie damals Anzeige gegen die von Ihnen des Betrug verdächtigen Personen erstattet?
      Wenn nein, warum nicht?
      Haben Sie Beweise, die Sie beibringen können?
      Wenn Sie diese haben, warum haben Sie diese nicht selbst veröffentlicht? Das Internet ist ein Medium mit zahlreichen Möglichkeiten für jede/n Bürger/in, Meinungen kundzutun?
      Haben Sie sich mit Ihrem Anliegen auch an andere Medien gewandt. Schließlich gibt es ja auch noch andere Sender, nicht nur in Köln, und viele Zeitungen?
      Beste Grüße,
      Jürgen Kura

      1. Guten Tag Herr Kura,

        ich habe letztendlich dann gar bei der Generalstaatsanwaltschaft Köln den ganzen Fall noch mal zur Anzeige gebracht, da selbst die Staatsanwaltschaft Köln hier massiv versagt hatte oder getäuscht wurde, was zu klären war. Für die Anschuldigungen liegen allesamt schriftliche Beweise, gar in den Akten der Behörden, vor!
        Die einzige Bestätigung meiner Anschuldigungen war bisher die rechtsstaatlich völlige Untätigkeit gegen mich ob dieser fortwährenden, sich gar steigernden ungeheuerlichen Vorwürfe, sollten sie gegenstandslos sein. Man ging „nur“ auf andere „Weise“ gegen mich vor!….hätte man auf rechtsstaatlichem Weg nur gegen „sich selbst“ ermitteln und dann Konsequenzen ziehen müssen!
        ….aber welches Regime ist jemals gegen sich selbst vorgegangen?!
        Was andere Medien angeht und auch sonstige weiter gehende Fragen so sind diese ja aus meinen, ausschließlich eigenen Veröffentlichungen, umfangreich zu entnehmen.
        In dem „Offenen Brief“ ist ja diesbezüglich ausdrücklich Günter Wallraff erwähnt der sich in dieser Sache äußerst engagierte und kurz nach seiner Mitteilung an mich nach der „Groß-Razzia“ trotz verweigerter richterlicher Genehmigung „dies schreit nach Öffentlichkeit“ durch eine Kampagne gegen ihn selbst gestoppt wurde!

        …in welch einem Land wir WIRKLICH „leben“ dürfte (ansatzweise) offenbar geworden sein, da es bisher niemand gewagt hatte so weit zu gehen!….so weit gekommen ist in dem er, da er die immer übler werdenden Stopp-Versuche „überlebt“ hat!

        ….in „diesem“ Sinne ein allseitiges Erwachen und hoffentlich dann auch Aufstehen!

  10. Irgendeine(r) lügt also. Allerdings bin ich mir nicht sicher was dramatischer ist. Die, die behaupten das sie Vorgaben bekommen oder die, die behaupten das sie keine Vorgaben bekommen. Bei letzteren müssten wir davon ausgehen, dass beim WDR ausschließlich freie Mitarbeiter beauftragt werden, die nach einer Gesinnungsprüfung aus intrensischen Bedürfnissen Tatsachen verdrehen, Blickwinkel manipulierend ausrichten und häufiger mal die Unwahrheit sagen.
    Unter diesen Umständen braucht der WDR auch keine Direktiven zu geben. Das hat er bei der Auswahl seiner Mitarbeiter, egal ob freie oder nicht, schon festgelegt.

    1. Hallo Herr Kamann, war das jetzt ernst gemeint? Wie stellen Sie sich denn vor, wie „der WDR“ sich seine freien Mitarbeiter auswählt? Ich glaube, dass Sie da wirklich absolut falsche Vorstellungen haben. Ich kann Ihnen mal mein persönliches Beispiel schildern. Ich arbeite als freier Autor für den WDR und auch für andere öffentlich-rechtliche Sender, ich bin zudem freier Text für Print- und Onlinemedien, außerdem mache ich Fotos für Bildagenturen. Mein üblicher Arbeitsalltag bei Radioberichten (und der ist in diesem Bereich ziemlich ähnlich mit vielen anderen freien WDR-Autoren) ist, dass ich Ideen für Berichte und Reportagen habe, ich recherchiere dazu und schreibt ein „Themenangebot“, in dem ich erkläre, worüber ich berichten möchte. Dieses Themenangebot schicke ich an eine Redaktion, von der ich denke, dass es in deren Sendung gut hineinpasst. Die Redakteure dort beraten mein Themenangebot und sagen mir dann, ob sie es gerne hätten, geben mir eine Länge des Beitrages vor und regen möglicherweise noch Aspekte an, die ich berücksichtigen solle. Ich habe bei noch keiner Redaktion, der ich Themenangebote unterbreitet habe, eine Art „Gesinnungstest“ machen müssen. Es ging immer um die professionelle Umsetzung eines Themas. Ich habe in den vergangenen Jahren für alle Hörfunksender des WDR (von 1Live bis Funkhaus Europa) gearbeitet und dabei mit den Redakteuren von sicherlich mehreren Dutzend Sendungen zu tun gehabt, die nichts miteinander zu tun hatten, die mich also immer, wenn Ihre These stimmte, eigens „auf Linie“ hätten bringen müssen. Das wäre schon ein heftiger Aufwand, oder denken Sie nicht? Es gibt auch keine zentrale Gesinnungsprüfungsstelle, weder beim WDR noch bei anderen Sendern, für die ich arbeite (und im übrigen auch nicht bei den privatwirtschaftlich organisierten Medien, für die ich arbeite). Ich denke, wenn Sie mit anderen WDR-Autoren über ihren Arbeitsalltag sprechen, werden Sie ähnliche Aussagen bekommen, auch, wenn einige Autoren enger mit einigen Redaktionen zusammen arbeiten, andere (wie ich) eher „freier“ tätig sind.

  11. Das es irgendwelche Befehle/Anweisungen gab so oder so zu berichten glaube ich auch nicht. Das ist Quatsch. Aber es gibt glaube ich einen Druck/Erwartungshaltung so zu berichten wie der Chef (Intendant) es gut findet. Nur so macht man Karriere oder bekommt schöne Aufträge. Der Intendant muss sich jedoch gut stellen mit CDU und SPD um wiedergewählt zu werden.
    Beweisen lässt sich sowas natürlich nicht. Es ist eine Frage was man glaubt und auch der Glaubwürdigkeit des Systems. So ein Brief hilft jedoch wenig diese Glaubwürdigkeit wieder herzustellen.

    1. Es gibt aber gute Hinweise auf das Gegenteil Ihrer Annahme. Ich z.B. habe seit 25 Jahren kritische Berichte ÜBER den WDR geschrieben und werde weiter vom Sender beschäftigt. Ich nenne das eine weitgehende innere Pressefreiheit. Dort wo sie in manchen Fällen nicht funktioniert, kritisiere ich das auch. Meine Berichte können Sie googeln. Oder sie surfen auf dieser Website und lernen mein Das WDR-Dschungelbuch kennen.

      1. Naja die Stelle als Intendant oder Chefredakteur wird ihnen wahrscheinlich nicht mehr angeboten. Es gibt aber auch die anderen Beispiele wie Nikolaus Brender. (mit seinen Aussagen zum Spitzelsystem der Parteien in den Redaktionen.) Oder das der Regierungssprecher Chef des BR wurde. Dort fanden es dann auch Redakteure eine gute Idee einen Minister Söder sich selber spielen zu lassen. Oder ganz aktuell wie der SWR vor den Wünschen von SPD und Grüne eingeknickt ist.

        1. Viele von uns finden die von Ihnen erwähnten Fälle von Einflussnahme auch nicht gut. Das Verfassungsgericht hat ja ein entsprechendes Urteil gefällt. Aber dafür sind nicht Journalisten verantwortlich, sondern die Politik. Außerdem: Wahrscheinlich teilen auch Sie nicht alle Haltungen und alle Entscheidungen Ihres Arbeitgebers, machen aber Ihre Arbeit gerne und kündigen nicht gleich, wenn Sie die Sache anders sehen. Glauben Sie mir, selbst wenn man es versuchen würde, wäre eine Einflussnahme bei so vielen beteiligten Personen extrem schwierig.

          1. Die Journalisten sind nicht schuld… Die Politik ist schuld. Das macht das System aber in der Praxis nicht unabhängiger oder Glaubwürdiger für die Bürger.

        2. Glauben Sie ernsthaft, dass es bei tausenden Beiträgen pro Tag möglich ist, diese alle irgendwie „auf Linie“ zu halten? Warum halten sich hier eigentlich so viele für klug denkende, objektive und unabhängige Menschen, die zu jedem Zeitpunkt wissen, wie „die Wahrheit“ aussieht, die sich frei machen können von ihren eigenen Sichtweisen, weil sie einen Überblick über „das Thema“ haben, die jede Einflussnahme ablehnen, halten es aber nicht für möglich, dass auch Journalisten so sind?

          1. Das habe ich ja nicht gesagt und darum ging es ja auch nicht. Es ging um die Glaubwürdigkeit des Systems.

  12. Liebe Leute,

    Euer Brief ist ja ganz süß, nur fängt er leider schon falsch an. Denn es gibt nicht irgendeine „aktuell öffentlich diskutierte Behauptung, es gäbe im WDR Vorgaben oder Anweisungen für eine politisch ausgerichtete Berichterstattung“, nein, es gibt den Verplapperer einer freien Hörfunk-Kollegin aus Aachen. Zur Erinnerung hier der Link zu einem Beitrag von Stefan Niggemeier, in dem am Ende das besagte Interview noch mal nachgelesen werden kann: http://uebermedien.de/1046/wdr-mitarbeiterin-bestaetigt-und-dementiert-tendenzioese-berichte/

    1. Liebe Frau Hennicke,

      zwei Fakten:
      – Rund 20.000 Menschen arbeiten mehr oder weniger regelmäßig für den WDR.
      – Seit 2010 hat sich die Zahl der Asylbewerber verzehnfacht.

      Sind Sie ernsthaft der Meinung, dass sich 1.) über Jahre und 2.) bei so vielen Beteiligten eine Vorgabe dieser Art geheimhalten/durchsetzen ließe?

      1. Tut mir ehrlich leid, aber ich verstehe nicht, was Sie mir sagen wollen. Wirklich ehrlich nicht. Und ich verstehe auch nicht, was es mit meinem Kommentar zu tun hat. Sorry für meine Dummheit.

        1. Hätte es die von Ihnen unterstellten „Vorgaben oder Anweisungen“gegeben, hätte sich mit Sicherheit früher jemand „verplappert“.

  13. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk leidet viel mehr unter einem ganz anderen Druck: dem Diktat des Sparzwangs!

    Die ÖR haben mehr als genug Geld! Mehr als irgendeine anders ÖR System in der Welt. Wenn immer weniger bei den Journalisten ankommt dann beschwert euch bei den Intendanten die es verteilen. Führt Struktur Reformen aus und schaut wo in der Verwaltung man Geld einsparen kann.
    Über 8000 Millionen Euro jedes Jahr sind viel viel Geld. Da sich noch zu beschweren das es nicht reicht bringt die Bürger erst Recht gegen das ÖR System auf.

    1. Sie haben eine kleine aber wichtige Feinheit in dem Schreiben übersehen. Dort wird nicht mehr Geld für Rundfunkgebühren gefordert, sondern mehr Geld für Journalismus im WDR. Es geht also vor allem um die Verwendung des Geldes.

      1. Der Satz „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk leidet viel mehr unter einem ganz anderen Druck: dem Diktat des Sparzwangs! “
        sagt aber gerade nicht aus das es nur um die Journalisten geht. (Auch wenn es danach um die Journalisten geht) Der Öffentlich- rechtliche Rundfunk leidet eben nicht generell unter einem Diktat des Sparzwangs.

        Genauso kann man den Satz „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss gestärkt werden. Er ist ein Gegenpol zu einer einseitigen, populistischen Berichterstattung.“ recht schnell falsch verstehen indem man annimmt nur die ÖR würden neutral berichten. Das ist wie ein kleiner Lügenpresse Vorwurf. Die anderen Berichten nur einseitig und populistisch. Wer ist denn damit gemeint? Die Zeitungen? Das Privatfernsehen? Die sozialen Medien?

        Genauso der Satz „Die wahren Feinde der Pressefreiheit sind diejenigen, die Kritik an ihren Positionen nicht gelten lassen wollen und sich nur allzu sehr freuen würden, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk abgeschafft würde.“
        Wer gegen die ÖR ist ist jetzt ein Feind der Pressefreiheit…
        Entweder ist der Brief sehr missverständlich geschrieben oder ich Teile überhaupt nicht die Ansichten darin.

  14. @ UlliSchauen
    Betr.: Wir haben andere Probleme!
    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk leidet viel mehr unter einem ganz anderen Druck: dem Diktat des Sparzwangs! Die Folgen bereiten uns in der Tat große Sorgen: immer weniger Geld für guten, unabhängigen und investigativen Journalismus …
    ich möchte persönlich ergänzen: … immer weniger Geld für anspruchsvolles Fernsehen und ausgewogenere Musikauswahl in den WDR-Radiosendern (Charts rauf und runter oder Oldies bis zum Erbrechen)!

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