Kürzung der WDR-Werbung: Hauptsächlich freie MitarbeiterInnen betroffen

neid_550pxDer Beschluss des NRW-Landtages mit der Verabschiedung des neuen WDR-Gesetzes die Werbung im Hörfunk einzuschränken, schädigt hauptsächlich die sowieso schon gebeutelten freien MitarbeiterInnen. Die Regierungskoalition aus Grünen und SPD kürzt die Werbezeiten im WDR-Radio ab 2017 von bisher 90 auf 75 Minuten, ab 2018 sogar auf 60 Minuten. Das wirkt sich direkt auf den disponiblen Etat aus, also auf den Topf, der nicht schon für sowieso begonnene Daueraufgaben verplant ist. Also sind die Hauptbetroffenen die schon gebeutelten Freien MitarbeiterInnen, die aus dem verfügbaren Etat bezahlt werden. (Mit update nach dem Beschluss)

Die WDR-Redakteursvertretung hatte noch am Morgen der Entscheidung an die NRW-Landtagsabgeordneten appelliert, der Beschlussvorlage von SPD und Grünen nicht zuzustimmen. Sie schrieb: „Kürzung der WDR-Werbung: Hauptsächlich freie MitarbeiterInnen betroffen“ weiterlesen

Diskussionsseite zu „Wir bekommen keine politischen Vorgaben“

Hier kann über „Wir bekommen keine politischen Vorgaben“ DISKUTIERT werden. Unterschreiben bitte nur auf der Originalseite mit dem Brief. Und dort nicht diskutieren…

Die Kommentarspalte unter dem offenen Brief selbst ist ausschließlich für Unterstützung reserviert (damit die Zahl der „Unterschriften“ von der Website gezählt werden kann.)

 

 

„Wir bekommen keine politischen Vorgaben!“

Etliche freie Mitarbeiterinen und Mitarbeiter beim WDR wehren sich gegen Unterstellungen, es gebe politische Direktiven beim Sender. Ihr offener Brief spricht für sich selbst und kann genau hier unten seit dem Abend des 20. Januar mit Hilfe der Kommentarfunktion unterzeichnet werden. (Details siehe Textende.) Für Kommentierungen bitte die dazu gehörende Diskussionsseite benutzen.
Der Text wurde in der Mailingliste wdrfreie diskutiert und zur Unterschrift bereit gestellt. Hier der Brief:

Wir bekommen keine politischen Vorgaben!

Wir, freiberufliche Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks, distanzieren uns ausdrücklich von der aktuell öffentlich diskutierten Behauptung, es gäbe im WDR Vorgaben oder Anweisungen für eine politisch ausgerichtete Berichterstattung.

Niemand schreibt uns einen einseitigen oder parteipolitischen Inhalt vor. Politisch im freiheitlich-demokratischen Sinne, der sich im WDR-Gesetz ausdrückt, sind wir allerdings. Dort steht zum Beispiel unter Art.4.: „Der WDR soll die internationale Verständigung, die europäische Integration, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, ein diskriminierungsfreies Miteinander in Bund und Ländern und die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern fördern, zum Frieden und zur sozialen Gerechtigkeit mahnen, die demokratischen Freiheiten verteidigen und der Wahrheit verpflichtet sein.“
Die meisten Beiträge im Fernsehen und Hörfunk erstellen wir Freie. Und wir werden weder vom Rundfunkrat, noch von „Kommissionen“, Regierungsstellen oder von Redaktionen dazu angehalten, in unseren Berichten einer bestimmten Richtung zu folgen. Themen werden in den Redaktionen kontrovers diskutiert, so wie es sich für eine Demokratie und einen demokratisch kontrollierten Sender gehört. Dazu zählen auch Gestaltungsfragen wie Dreh, Schnitt usw…, denn die Erstellung eines Radio- oder Fernsehbeitrags ist immer auch Teamarbeit. Niemand gibt uns aber politische Inhalte vor.

Dagegen würden wir uns – im Falle eines Falles – auch energisch wehren. Denn sonst wäre die Neutralität des Öffentlich-Rechtlichen im oben genannten Sinne nicht mehr gewährleistet. Und daran wollen wir nicht beteiligt sein!

Wir haben andere Probleme!

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk leidet viel mehr unter einem ganz anderen Druck: dem Diktat des Sparzwangs! Die Folgen bereiten uns in der Tat große Sorgen: immer weniger Geld für guten, unabhängigen und investigativen Journalismus. Den möchten wir unbedingt erhalten. Deshalb arbeiten wir für den WDR.

Wir haben noch nie ein Blatt vor den Mund genommen und lassen uns durch politische Einflussversuche nicht gängeln! Die wahren Feinde der Pressefreiheit sind diejenigen, die Kritik an ihren Positionen nicht gelten lassen wollen und sich nur allzu sehr freuen würden, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk abgeschafft würde.

Unser Appell lautet deshalb: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss gestärkt werden. Er ist ein Gegenpol zu einer einseitigen, populistischen Berichterstattung. Und das sollte auch so bleiben.“
Die ersten Unterzeichnerinnen und Unterzeichner (weitere siehe unten):
Daniel Blum, Autor WDR 5 – Christian Brans-Schreckeneder, Autor und Reporter, Studio Duisburg – Anke Bruns, Studio Köln – Heinrich Buttermann, Regionalkorrespondent – Richard Derichs, Studio Aachen – Anna Florenske, ARD-Freie Köln – Clemens Gersch, WDR-Fernsehen – Jens Gleisberg Autor WDR Fernsehen – Mathias Haentjes, WDR-Fernsehen Gesellschaft und Dokumentation – Chadia Hamadé, WDR Studio Duisburg – Marfa Heimbach, freie Autorin, ZeitZeichen – Katharina Heinrich. Radioautorin – Armin Himmelrath, Autor für wdr2/ wdr5 – Klaus Martin Höfer, freier WDR-Hörfunkautor – Johannes Höflich, PG Inland – Petra Hoffmann, Autorin/Regisseurin f. Reportagen und Dokumentarfilme – Matthias Holland-Letz, WDR-Hörfunk und Fernsehen – Rita Jäger, WDR-Studio Wuppertal – Michael Jung, WDR-Studio Duisburg – Thomas Kalus, Studio Düsseldorf – Jürgen Kura, WDR-Fernsehen – Robert Levin, WDR Newsroom Köln – Petra Müller, Autorin WDR 5 – Hellmuth Nordwig, WDR5 Wissenschaft Umwelt Technik – Ulli Schauen, diverse Redaktionen in TV und Radio – Karin Schneider, Studio Aachen – Wolfgang Stenke, WDR 3 – Aktuelle Kultur – Tina Srowig, WDR-Fernsehen – Andi Ueding, WDR-Radio – Petra Vennebusch, Freie Autorin, WDR-Studio Duisburg

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Ihre „Unterschrift“ können weitere freie MitarbeiterInnen hier per Kommentarfunktion unter den Brief setzen. Nur Unterstützer/innen, die ihre eine gültige Mailanschrift (die nicht veröffentlicht wird), sowie ihren Arbeitsbereich als Freie beim WDR angeben, werden hier akzeptiert, alle anderen Kommentare/Unterschriften werden ohne Vorankündigung gelöscht. Deren Verfasser haben sowieso nicht bis zum Ende gelesen 😉 … Kommentare und Diskussionen nur auf der gesonderten Diskussionsseite!  Die Zahl der bisherigen Unterstützer/innen errechnet sich aus 29 (oben genannt) plus den hier unten angezeigten Anzahl der Kommentare.
(Auch wenn der Brief nur Radio und TV beim WDR nennt – die freien MitarbeiterInnen für die WDR-Website sind ebenso  gemeint.)