Freie Mitarbeiter: Nicht auf unsere Knochen sparen

 

Sparen im WDR – nicht auf unsere Knochen!

Beschluss der Freienversammlung im WDR vom 26.8.2014

Mit großer Besorgnis beobachten die freien Mitarbeiter beim WDR die Sparanstrengungen beim WDR. Ihre jahrelange Erfahrung ist, dass Spardruck nach unten weiter gegeben wird und schließlich zu Kürzung ihrer Honorare und immer höheren Leistungsdruck führt, ohne dass dies ausdrücklich beschlossen wird. Um dies zu verhindern, erheben wir folgende Forderungen:


1. Transparenz: Die hinter den Kulissen vereinbarten Sparmethoden muss die Spitze des Senders und müssen die einzelnen Abteilungsspitzen bekannt geben, damit sie hinterfragt werden können. Alle Angestellten werden ebenfalls zu Transparenz aufgefordert, die Freien dazu, das, was sie erfahren miteinander zu teilen, um Solidarität zu ermöglichen.

2. Etats: Die disponiblen Etats der einzelnen konkreten Programmvorhaben müssen so steigen, dass die jeweiligen vereinbarten Honorarerhöhungen bezahlt werden können.

Das soll der Sender schriftlich zusichern, so wie es auch der RBB schon getan hat.

Die Redaktionsspitzen sollen sich verpflichten, die Effektivvergütungen zu erhöhen, statt - wie bisher - das Vorgehen in ihr Belieben stellen. Hier appellieren wir explizit an die Solidarität der Angestellten. Bisher ist es so, dass sie Einfrieren und Kürzungen schlucken und trotzdem das gleiche oder sogar mehr Programm machen. Auch rückwirkend sollen Tariferhöhungen nachvollzogen werden, wo dies noch nicht geschehen ist.

3. Einzelne Honorare: Wenn bei den Honorartöpfen im Einzelfall gespart wird, dann am Volumen der Aufträge, nicht an der Bezahlung einzelner Aufträge. Die müssen - inklusive der jeweiligen Tariferhöhung - bezahlt werden mindestens in der Höhe wie bisher.

4. Kein Closed Shop: Wenn weniger Aufträge erteilt werden, sollen bisherige Freie Mitarbeiter dabei eine gewisse Priorität haben. Aber es soll keinen faktischen "closed shop" wie bei SWR, HR, BR, ZDF geben: Das ist im Übrigen auch schlecht für die Qualität des Programms. Es muss weiter möglich sein, als "neuer Freier" zu arbeiten, obwohl es altgediente Freie gibt. Wobei der/die "neue" oft jemand ist, der schon lange für verschiedene Auftraggeber arbeitet und nur einzelnen Abteilungen nicht gut bekannt ist. 

 

5. Mindesthonorare einhalten: Die Mindesthonorare des tariflichen Honorarrahmens sind zu zahlen. Darauf besteht ein Rechtsanspruch. Alle freien Mitarbeiter sollten ihre bestehenden Ansprüche mit Hilfe von Gewerkschaften und Personalrat einfordern.

6. Arbeitsverdichtung: Arbeit, die zusätzlich zu leisten ist, muss ebenfalls angemessen bezahlt werden und darf nicht mit der Höhe der bisherigen Vergütung abgegolten sein.

7. Besserer Honorarrahmen: Gewerkschaften und WDR sollen die Vergütungen für Freie so aushandeln, dass die Mindestvergütungen in jeder Sendung auf die effektiv gezahlten Vergütungen angehoben werden. Dies ist zum Beispiel möglich, indem, anders als bisher, einzelne Sendungstitel im tariflichen Honorarrahmen aufgeführt und jeweils aktualisiert werden.

8. Reisekosten und Spesen: Bezahlung gemäß der Aufwendungerstattungsrichtlinie ist selbstverständlich Standard. Dazu sollten sich auch die Angestellten selbst verpflichten. Kein Angestellter käme auf die Idee, auf diesen Anspruch zu verzichten, von Freien wird es oft erwartet oder gar verlangt.

9. Abteilungen "für Freie": Wenn bei Einrichtungen und Abteilungen des WDR gespart werden soll, die in besonderem Maße für die freien Mitarbeiterinnen wichtig sind, müssen deren Interessen berücksichtigt werden. Bisher haben wir nicht den Eindruck, das dies geschieht. Wenn der Sender beispielsweise in der Abteilung Dokumentation und Archive rationalisiert und die Bibliothek weitgehend stilllegt, betrifft dies vor allem freie Mitarbeiter, die die Services der dort arbeitenden Kollegen in besonderem Maße benötigen. Dasselbe gilt für die dringend erforderliche Möglichkeit, auch unabhängig von Redaktionsarbeitsplätzen Sicht-, Arbeits- und Rechercheplätze zu nutzen und mit Hilfe des WDR-IT-Netzwerkes zu recherchieren. Auch die Abteilung "Verträge Freie Mitarbeiter" muss fachlich und personell gut genug ausgestattet sein, damit die Angestellten dort auch eine individuelle Fragen beantworten können.

 

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