Neue Info: Gesetzliches Krankengeld bei Freien

Kranker guckt krank. Foto: Vitors KozersGesetzliches Krankengeld1

Das Krankengeld, welches die Krankenkassen auch manchen freien Mitarbeiterinnen zahlen, fand keine besondere Erwähnung im WDR-Dschungelbuch. Grund ist: Für die Leserinnen dieses Buches ist der tarifliche Krankenzuschuss wichtiger, der ab dem 4. Krankheitstag bis mindestens zum 39. Tag gezahlt wird (und danach ggf. auf 30 Prozent sinkt – weil er die Lücke zum Krankengeld schließt). 2

Als Krankengeld werden 70 Prozent des Einkommens gezahlt, höchstens jedoch knapp 92 Euro pro Tag (2013). Bei KSK-Versicherten zahlt die gesetzliche Krankenkasse ihr Krankengeld (70 v.H. des gemeldeten Einkommens der vergangenen 12 Monate) erst ab dem 43. Krankentag. Mit einem weiter erhöhten Beitrag kann bei einer Krankenkasse auch ein Anspruch auf ein früher gezahltes Krankengeld erworben werden. KSK-Versicherte können sich ein Merkblatt herunter laden, das genauer informiert. 3

Unständig Beschäftigte (siehe S. … des WDR-Dschungelbuchs) haben im Normalfall keinen Anspruch auf Krankengeld. Auch sie können aber sich über einen Wahltarif der Krankenversicherung den Anspruch auf Krankengeld erwerben. Dann haben sie, wie die KSK-Versichertern, nach sieben Wochen Krankheit Anspruch auf die Zahlungen. Dafür zahlen sie dann z.B. 15,5 Prozent des Einkommens statt normalerweise 14,9 Prozent.4 Der Krankengeldanspruch kostet also 0.3 Prozentpunkte mehr KV-Beitrag, wenn frau die Arbeitgeberanteile berücksichtigt. Ob sich die Versicherung lohnt, muss sich jede Betroffene selbst ausrechnen. Es hängt sehr stark davon ab, ob und in welcher Höhe sie Anspruch auf tariflichen Krankenzuschuss bei einem oder mehreren der ARD-Sender hat. Und davon, wie wahrscheinlich es ist, dass sie auch Kinderkrankgengeld beanspruchen muss.

 

4Stand 2013, z.B. Techniker-Krankenkasse